Medienfassade

Interaktion im öffentlichen Raum

Mit seinem neu errichteten Gebäude erhielt das Forschungs- und Weiterbildungszentrum für Kultur und Informatik (FKI) der HTW Berlin Anfang 2013 auch eine Medienfassade. Die zum Campus Wilhelminenhof gelegene Außenfassade wurde mit zwölf Projektoren, einer LED-Fläche sowie mehreren über die Wand verteilten LED-Spots ausgestattet. Somit verfügt das FKI über eine große und vielseitig einsetzbare visuelle Nutzfläche – sowohl für die Informationsvermittlung und Kommunikation als auch für Spiele und künstlerische Anwendungen.

Die Projektoren bilden mittels Rückprojektionsleinwänden zwei hochauflösende Videoflächen, die sich über zwei Etagen des Hauses erstrecken. Ergänzend dazu bietet die LED-Fläche eine weitere Möglichkeit zur Darstellung von Inhalten, deren Funktionalität selbst von Tageslicht nicht beeinträchtigt wird. Mit den zusätzlichen farbigen LED-Spots jeweils seitlich der LED-Fläche entsteht ein in sich stimmiges Lichtambiente.

Die Medienfassade dient jedoch nicht nur als weithin sichtbare Kommunikationsplattform mit den Passanten. Zugleich ist sie selbst Forschungsobjekt. So wird untersucht, welche Inhalte und Interaktionen sich besonders gut für den Einsatz auf einer Medienfassade eignen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie die unterschiedliche Technik zur Ansteuerung möglichst benutzerfreundlich gestaltet werden kann.

Dafür wurden in einem studentischen Masterprojekt zunächst mögliche Konzepte und Prototypen entwickelt. Letztlich entstand dabei eine Webanwendung zur Visualisierung der Medienfassade. Diese simuliert die Anzeige von Inhalten auf der Medienfassade mithilfe eines dynamischen 3D-Modells (WebGL) des Hauses. Das Modell trägt zum besseren Verständnis für die spezielle Anordnung und Auflösung bei und erlaubt eine Vorschau des gewünschten Inhalts. Ferner wurde ein eigenes Content-Management-System (CMS) für die Medienfassade entwickelt, welches ein einfaches Hinzufügen und Verwalten von Inhalten zulässt.

Des Weiteren mussten mangels klassischer Eingabemethoden alternative Konzepte in Betracht gezogen werden, wie die Nutzer mit der Medienfassade interagieren können. Im Ergebnis können die Besucher nun einerseits im Sinne des „Bring Your Own Device“-Prinzips ihre eigenen Smartphones als Eingabegeräte nutzen (beispielsweise über die Verwendung einer mobilen Webseite oder der geräteinternen Lage- und Bewegungssensoren). Andererseits können diverse, stationär auf dem Platz vor der Medienfassade aufgebaute Sensoren die Nutzer erkennen, beispielweise über einen Tiefensensor oder eine Webcam. Somit wird das Publikum selbst zum Eingabemedium und kann unmittelbar mit der Medienfassade interagieren.